Beziehungsstand Kompliziert
21.09.2024, 21:46
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.09.2024, 21:47 von Lettie Chaunecy.)
“Hach das ist zu Schade“, lasse einen fast theatralischen Seufzer raus schüttle dann aber den Kopf, meine blonden Haare fallen danach ebenso perfekt wie vorher auf meine Schultern. “Aber das ist völlig in Ordnung ich freue mich schon sehr auf ihr neues Buch. Sie sind einer meiner absoluten Lieblingsautoren“ gestehe ich ihm dann und es ist auch wieder keine Lüge. Vielleicht habe ich unter den falschen Vorwänden angefangen seine Bücher zu lesen, doch ich bin hängen geblieben weil er eine faszinierende Art hat zu schreiben. Ich habe mich sofort in diesen Schreibstil verliebt und vielleicht dadurch auch ein bisschen in ihn. Natürlich nicht wirklich verliebt, doch ich habe eine Verbundenheit gespürt, vielleicht war und ist es aber auch nur die Tatsache das ich ihn verbinde mit seinem Großvater das er ein Bindeglied für mich ist, etwas an das ich mich klammern kann um an meiner Vergangenheit festzuhalten auch wenn ich das nicht sollte. Ich kann mich nicht erneut verlieben außerdem wäre es falsch mir wieder jemanden zu suchen der ein Mensch ist. Ich habe meine Lektion gelernt und sollte mir jemanden suchen der genauso ist wie ich. Deswegen sollte ich jetzt gehen. Ich nehme mein Buch entgegen welches er signiert hat und fahre kurz mit der Hand über seine Handschrift, lächle zufrieden und packe es weg. Ich sollte wirklich gehen. “Vielen dank“, sage ich dann und wende mich ab gehe ein paar Schritte und bleibe dann jedoch stehen. Drehe mich zu ihm zurück und gehe zurück. Egal was ich sage es ist falsch doch wie gesagt ich bin nicht gut darin meine Gefühle zu beherrschen und jetzt wo ich ihn gesehen habe kann ich ihn nicht einfach wieder gehen lassen. “tut mir Leid, wenn das irgendwie etwas zu viel ist. Aber hätten sie Lust mit mir was trinken zu gehen?“, wie ein Groupie komme ich mir vor aber es ist mir egal. Ich will nicht gehen ich kann nicht gehen, ich möchte das diese Augen mich weiter anschauen will gefühle in ihnen entdecken auch wenn es keine geben dürfte. Ich will die Vergangenheit zurück und mir ist klar das es falsch ist sie auf diese Art und Weise wieder zu beleben aber ich kann nicht anders.
"Ach wirklich?", ich schaue sie an und bin neugierig, frage mich was sie noch so für Bücher liest, wenn ich nur zu denen dazu gehöre. Aber ja ich hebe kurz eine Augenbraue weil ich das beeindruckend finde, wie sie sich mir gegenüber verhält. Ich würde gerne mehr wissen, von ihr, von allem. Würde gerne mehr von ihr erfahren. Doch dann geht sie weg und für den Moment denke ich, dass das unsere letzte Begegnung sein wird, dass wir uns nie wieder sehen werden. Und irgendwie werde ich ein wenig traurig bei dem Gedanken, wenn ich ehrlich sein soll. Ich hätte gerne mehr über sie erfahren. Hätte mehr herausfinden sollen wieso sie mir so bekannt vor kommt und was das für ein seltsames Gefühl in ihrer Nähe ist, das mich nicht los lässt und das ich auch nicht abschütteln kann. Nein, wenn ich ehrlich sein soll, sind diese Gefühle was ganz seltsames und auch irgendwie besonderes. Etwas, das ich nicht vergessen werde. London ist riesig, dass wir uns erneut begegnen ist selten. Vielleicht bei der nächsten Signierstunde, aber wer weiß wann die wieder sein wird. Das kann in Jahren sein, das kann in einer Zeitspanne passieren, die sich ewig zieht.
Doch dann dreht sie sich um und fragt mich ob ich was mit ihr trinken möchte. Ich schaue mich um, es ist niemand mehr da, niemand mit dem ich mich beschäftigen müsste. "Das würde ich sehr gerne. Ich muss nur eben noch alles aufräumen und dann können wir gehen.", erzähle ich ihr dann. Ich werde sie also doch noch mehr und besser kennenlernen. Ich werde auf sie eingehen, werde sie in mein Leben lassen. Doch was da noch auf mich zukommen wird, das ahne ich nicht im geringsten.
Beziehungsstand Kompliziert
 Ewigkeit ist für mich eine Leichtigkeit. Nicht dass es sich wie ein Wimpernschlag anfühlt doch für mich sind ein paar Tage, Wochen, Monate sogar Jahre bei weitem leichter und schneller zu ertragen als für einen Menschen. Ich denke es ist nicht schwer auf eine nächste Signierstunde zu warten und trotzdem wäre es mir lieber, wenn ich es nicht müsste. Schließlich ist er mein Lieblingsautor, was er neugierig hinterfragt. “Ja, ich bin zwar auch ein Fan von Klassischer Literatur aber Ihre ist schon… faszinierend“, es geht eben weg von dem klassischen und schon allein deswegen zieht es mich an. Es ist was Neues, erfrischendes und vielleicht ist es genau das was mich so angezogen hat. Und jetzt wo ich vor ihm stehe ist es auch einfach vielleicht sein Aussehen das mich weiterhin anzieht, dass mich meine Vernunft über Board werfen lässt. Ich sollte ihn nicht näher kennenlernen wollen, ich sollte mich nicht danach sehen ihn weiter sprechen zu hören. Denn das alles ist fahrlässig, was wenn er es herausbekommt. Was wenn sein Großvater mich sieht was wenn alle am Ende wissen wer und was ich bin? Doch irgendwie wäre es mir das auch wert, sie sonst soll ich nochmal mit seinem Großvater reden können? Ich kann ja schlecht einfach bei ihm an der Tür klingeln wie sollten wir das irgendjemanden erklären? Genau das können wir nicht. Doch er Jeremiah wäre so eine gute Ablenkung wäre ein guter Vermittler doch das wäre nicht fair ihm gegenüber. Doch gleichzeitig möchte ich ihn ja auch näher kennenlernen. Also wäre es vielleicht nicht so schlimm oder? Wenn er es auch will. Deswegen frage ich ihm nach etwas trinken zu gehen und er stimmt zu. Ich bin verwundert und erleichter tzugleich. Ich sollte das wirklich nicht tun und dennoch stehe ich hier. “Sehr gerne, nimm dir Zeit ich schaue mich derzeit etwas hier um okay?“, erkläre ich ihm dann und drehe mich um, hab noch immer ein Lächeln auf den Lippen welches nicht verschwinden will und gehe dann zu den anderen Buch reihen lasse meine Finger über die Rücken von Büchern gleiten bis ich bei Kafka stehen bleibe. Komischer Typ dieser Kafka habe ihn mal getroffen doch auch seine Literarischen Werke sind einfach der absolute Hammer gewesen.
 Ein Lächeln überfährt meine Lippen bei ihren Worten. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber mir bedeutet es viel sowas zu hören. Das bedeutet, dass die Worte die ich geschrieben habe, gut bei den Menschen ankommen. Dass sie eine gewisse Wirkung haben und sogar klassische Literatur schlagen. "Das freut mich wirklich sehr.", sage ich ihr dann und bin mir sicher, dass ich sie später ausfragen würde, was für klassische Bücher sie denn gerne liest. Denn es gibt auch einige Bücher, die ich schon verschlungen habe, und die ich nicht so leicht vergessen werde. Es gibt viele Abgründe in Büchern, in die man automatisch tritt, wenn man sie liest. Aber ich bin mir sicher, dass sie das schon weiß, dass sie das kennt. Und dass sie einfach neugierig ist, was es noch von mir geben wird. Was sich so sehr unterscheidet von der Klassik. Aber ich habe mich eben auf Fantasy spezialisiert. Ich mag es Welten zu erschaffen und zu erfinden. Und viele sagen, dass mein Wordbuildung ganz gut wäre. Meine Fantasie kennt aber auch keine Grenzen, wenn ich ehrlich sein soll.
"Es dauert nicht lange.", versichere ich ihr dann und fange dann an, den Tisch und Stuhl dorthin zurückzustellen woher sie ihn geholt hatten. Dann räumte ich ein paar der Bücher zusammen und hinterlasse sie in dem Raum, wo sie es mir vorher gesagt haben. Ich räume sie erstmal nicht in die Regale, sie haben anscheinend vor das selbst zu tun. Und wollen erstmal die Bücher, die signiert wurden, besonders ausstellen. Und dafür müsste ich sie nur bereit stellen. Nachdem ich alles zusammen geräumt habe komme ich zu ihr zurück. Sie ist gerade beschäftigt durch die Regale zu streifen. "Wir können gehen.", sage ich ihr dann und bin wirklich gespannt, was an diesem Abend noch auf mich warten wird.
Beziehungsstand Kompliziert
 Fantasiebücher sind eine spezielle Sache ich habe viele über die Jahre gelesen, manche sogar regelrecht verschlungen und am lustigen wird es wenn sie über uns reden. Vampire, diese Fantasiewesen, die es ja nicht wirklich geben kann. Und ich muss sagen in den Büchern werden mir meistens schlimmer beschrieben als wir sind. Gruseliger, aber das geht wohl mit der Legende um Graf Dracula mit her und da kann man nicht wirklich was machen, aber es ist womöglich auch besser so. Besser wenn sie nicht wissen das wir unter ihnen wandeln, das Sonne uns nicht töten wird, das Knoblauch uns absolut nichts ausmacht. Wie sonst sollten wir sonst eine Spezies sein die der natürliche Todfeind eines Menschens sind? Doch nicht nur das auch Werwölfe, Gestaltwandler, alles irgendwo schonmal gelesen und im richtigen Leben gesehen auch wenn ich nicht wirklich einem Werwolf wie aus Büchern über den Weg gelaufen bin aber einem Gestaltwandler und das war auch eher eine interessante Begegnung weil wir uns absolut nicht ausstehen konnten. Doch ich töte keine Menschen, nicht mehr jedenfalls, und gebe niemanden den Anlass mich zu töten von daher hat er mich ziehen lassen. Aber das sind nur so Kleinigkeiten die ich amüsant finde wenn ich solche Bücher lese. Natürlich gibt es Dinge die nicht echt sind oder die ich vielleicht nicht kenne, vielleicht verstecken sich irgendwo Feen und ich habe sie nur nie getroffen ich urteile da nicht so schnell drüber. Doch Menschen denken gerne sie haben sich was ausgedacht dabei sind es Wesen die direkt unter ihnen wohnen.
Dieser Gedanke fesselt mich als ich vor den Fantasy Büchern stehe und erst als ich Jeremiahs Stimme höre schaue ich zu ihm, komme zurück ins hier uns jetzt. Wir können gehen, drei einfache Worte die mir erneut ein Lächeln entlocken. Ich nicke schiebe meine Handtasche wieder auf meine Schulter und gehe mit ihm zusammen aus dem Laden. “Es gibt ein Pub hier ganz in der Nähe, falls Sie da hingehen möchten?“
 Die Dinge, die ich schreibe, schreibe ich mit dem Begriff, dass ich der Überzeugung bin, dass sie nicht existieren. Jedenfalls sind das so meine Gedanken, wenn sie in diese Richtung wandern. Ich denke schon, dass es Menschen gibt die an das Übernatürliche glauben, aber ich gehöre nicht dazu. Manchmal frage ich mich ob mein Großvater dazu gehört, auch wenn es nie ausdrücklich gesagt hat. Aber da war immer so ein seltsames Funkeln in seinen Augen wenn er seine Geschichten erzählt hat. Als gäbe es da etwas, was er mir nicht sagen kann oder will. Ich kann es nicht genau sagen. Aber das alles sind Dinge, die werde ich wohl noch herausfinden. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ihn Welten davon trennen, jemals wieder seine Geliebte zu treffen. Und irgendwie ist das traurig. Aber er hat ja jetzt sein Glück woanders gefunden. Und ich hoffe, dass ihm das ausreicht. Dass er nicht zu sehr in der Vergangenheit lebt, denn das macht mir Sorgen. Vielleicht sollte ich ihn morgen mal besuchen, einfach nur um ihm von meiner Begegnung von heute zu erzählen. Und dass es da etwas gibt, das mich sehr an ihr fasziniert, was ich nicht außer Acht lassen kann. Etwas, das mich magisch anzieht, wie die Motte zum Licht.
Während wir dann den Buchladen verlassen schlägt sie mir vor zu einem Pub zu gehen, der hier in der Nähe ist. "Können wir gerne machen." Und dann sage ich etwas, das mir schon von Beginn an auf der Seele gebrannt hat: "Kein Grund für Förmlichkeiten, oder? Wir sind ja fast gleichalt." Sie muss mich nicht weiter siezen, auch wenn ich ihre Höflichkeit durchaus zu schätzen weiß, aber es ist nicht nötig, da uns nur ein paar Jahre trennen. Wenn du wüsstest, Jeremiah...
Beziehungsstand Kompliziert
“Meine Mutter hat mir aber beigebracht immer höfflich zu sein“, erwiedere ich wohl wissend das meine Mutter seit mehreren hundert Jahren tot ist. Sie ist noch vor meinem achtzehnten Geburtstag gestorben damals habe ich schon als Prostituierte gearbeitet und war nicht mehr daheim, aber ich habe ihr immer Geld gegeben, wenn ich es konnte. Aber London um die 16hundert rum war eben keine schöne Zeit schon gar nicht für Menschen ohne Geld. Doch sie war es wirklich die mir beigebracht hat immer höflich zu bleiben und förmlich, hat mich damals nicht wirklich weitergebracht hat eher Männer zu mir geführt die einfach ein Mädchen wollten das Sprach als hätte sie anstand aber dann als Prostituierte arbeitete. Nach meinem Tod war es hilfreicher, nach meiner Verwandlung als ich bei meinem Onkel eingezogen bin, immerhin konnte ich richtig reden und mich richtig verhalten, auch wenn ich weder lesen noch schreiben konnte, dass alles lies sich aber nachholen. Doch diese Art von Förmlichkeit konnte ich nie wirklich ablegen. “Aber gut, darf ich dich dann Jeremiah nennen?“ frage ich nach und gehe auf das fast gleichalt nicht ein. Ich bin sehr viel älter aber rein äußerlich, ja bin ich gerade mal dreiundzwanzig manche schätzen sogar jünger, also liegt er da nicht komplett falsch.
Beim Pub angekommen gehe ich vor ihm rein und setze mich an den letzten freien Platz am Fenster damit wir die Leute beobachten können außerdem ist heute ein wolkiger Tag das macht es für mich nur noch angenehmer um draußen zu sein. “Dann erzähl mal, wohnst du in London?“ auch wenn ich die Antwort kenne, ich kenne und weiß schon so viel über ihn aber das hier ist ja fast sowas wie ein erstes Date ich kann also kein komplett Stalker sein, deswegen fangen wir ebenso an, Dinge über ihn herausfinden, so macht man das doch oder?
"Darüber bin ich auch froh, trotzdem denke ich, dass es nicht mehr nötig ist.", sage ich dann und schenke ihr erneut ein Lächeln. Weil ich nicht sicher bin, was sie allgemein davon hält, dass ich jetzt die Höflichkeit davon schiebe, weil ich sie als unnötig erachte. Aber es ist gut, dass ihr das so von ihrer Familie beigebracht wurde. Das zeigt mir, dass sie eine wohlerzogende, junge Dame ist. Und das erfüllt mich mit einer Wärme, die ich nicht beschreiben kann. "Aber natürlich darfst du das.", sage ich ihr dann noch, während wir durch die Straßen schlendern. "Ich nehme an Lettie ist eine Abkürzung?", frage ich dann neugierig, weil es mich auch schon etwas länger beschäftigt hat, genauso wie die Sache mit der Höflichkeit. Es gibt eben manchmal so Dinge, die lassen mich einfach nicht los. Und die muss ich dann auch irgendwann loswerden, bevor ich noch verrückt werde. Mit Sicherheit hat sie so ihre Gründe, wieso sie sich so nennt. Vielleicht möchte sie auch ihren wahren Namen gar nicht verraten. Ich frage mich nur wie sie wirklich heißt. Denn bisher ist sie mir ein komplettes Rätsel und kein offenes Buch.
Als wir beim Pub ankommen, setzen wir uns und sie fragt mich ob ich in London lebe. "Ja, schon immer.", erzähle ich ihr dann. "Ich liebe London, ich bin gerne hier." Und ich habe auch nicht vor, das so schnell zu ändern. Auch wenn es natürlich Gründe geben könnte, von hier wegzuziehen, aber im Moment habe ich sowas nicht wirklich im Sinn. Und ich denke dass sie das verstehen kann. "Und du auch?", frage ich dann neugierig, es könnte ja auch sein, dass sie weit gereist ist, nur um mich zu sehen, was mir natürlich schmeicheln würde.
Beziehungsstand Kompliziert
“Wenn du das meinst“, wenn es sein Wunsch ist das ich ihn duze dann mache ich das immerhin führt man eine Unterhaltung nicht alleine und mir ist gelinde gesagt egal ob man mich siezt oder duzt. Außer ich mag jemanden wirklich nicht, dann würde ich immer darauf bestehen das man die Förmlichere Anrede benutzt. Doch ich mag Jeremiah ich fühle mich bei ihm so unverhofft wohl das es mir wirklich egal ist. Es verschafft eine vertrautere Ebene auch wenn ich mir nicht sicher bin, dass es das Beste für uns ist und wenn er wüsste wieso würde er womöglich genauso denken. Wenn er die Wahrheit kennen würde, würde er vermutlich so viel anders über mich und das alles denken, am Ende würde er mich als Monster sehen, als Stalker womit er ja nicht unrecht hätte. Doch es ist und bleibt mein Geheimnnis das ich ihm nicht offenbare werde, ich habe diesen Fehler einmal gemacht und das wird mir nicht nochmal passieren. “Ja genau, meine Mutter dachte Letitia hört sich richtig schön nach Edler Dame an“, dass ist eine Lüge aber es passt zu meinem Stand den ich hier verkörpere und auch wenn ich hoffe das mein Großvater über mich geredet hat so bezweifle ich es dennoch. Außerdem gibt es Letitias wie Sand am Meer oder? “Aber kein Mensch nennt mich so. Es ist immer nur einfach Lettie“, füge ich hinzu weil es die Wahrheit ist weil ich eigentlich auch niemanden wirklich sag das ich Letitia heiße aber hier konnte ich es einfach nich zurück halten. Wieso? Weil ich hoffe das er es seinem Großvater erzählt? Haha. Als ob.
“London ist ja auch eine wunderschöne Stadt“, stimme ich ihm zu und schaue aus dem Fenster beobachte kurz die Menschen die dort auf und ab gehen ehe ich mich wieder ihm zu wende. “Ich wurde in Lonon geboren ja“, aber ich habe keine Eltern mehr … also… “Habe dann eine Zeitlang mit meinen Eltern in Paris gelebt, dann wieder bei meinem Onkel hier in London. Es war ein ständiges hin und her. Aktuell wohne ich aber wieder hier“, irgendwie muss ich es ja erklären. Meinen Onkel kann ich wenigstens gut vorstellen meine Eltern die gibt es eben nicht mehr. Sie leben einfach immer im Ausland.
 Letitia. Sofort klingen alle Warnglocken in mir. Ich kann es nicht glauben. Das darf doch nicht wahr sein oder? Ich muss meinen Großvater nochmal fragen nach dem Bild von Letitia. Er hat es mir einmal gezeigt, es hat ihn in jungen Jahren gezeigt. Und ich muss schon zugeben, dass ich quasi das Ebenbild meines Großvaters bin. Wir sind uns schon sehr ähnlich. Aber als sie mir ihren richtigen Namen nennt, durchfährt mich ein Schauer, den ich nicht so einfach ignorieren kann und will. Morgen gehe ich zu ihm und dann bin ich schlauer. Ich muss es wissen. Auch wenn ich mir nicht vorstellen könnte, dass sie es ist. Vielleicht ist sie auch einfach nur eine Verwandte. Vielleicht ist sie die Enkelin und wurde nach ihr benannt. Das würde jedenfalls Sinn machen, denke ich. Und doch kommen Zweifel in mir auf, genau wie das Gefühl das ich hatte, als sie mir eben begegnet ist. Etwas das mich nicht loslässt. Was mich gleichzeitig fasziniert aber mir auch ein wenig Sorgen bereitet. Ich kann es nicht genau sagen was es ist, aber ich würde es gerne herausfinden. Und hoffe sie wird sich nicht komisch vorkommen, wenn ich nachforsche. Aber ich werde es erstmal vor ihr verheimlichen, ich kann sie dann immer noch ansprechen. "Ein schöner Name.", bringe ich beinahe erstickt über die Lippen, aber versuche es mir nicht anmerken zu lassen. "Dann nenne ich dich auch Lettie."
Sie wohnt also wieder hier, bei ihrem Onkel. "Was ist mit deinen Eltern? Wenn ich fragen darf." Da sie ja anscheinend nicht bei ihnen lebt, aber vielleicht gibt es Probleme, und sie kommt nicht so gut mit ihnen zurecht. Oder sie leben nicht mehr, gibt wirklich viele Möglichkeiten.
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